Das Vorstellungsgespräch gibt beiden Seiten die Möglichkeit sich kennenzulernen und zu sehen, ob ein Arbeitsverhältnis zustande kommen kann. Es ist wichtig, dass sich sowohl der angehende Praktikant, als auch der Arbeitgeber sich in ihren Vorstellungen einig sind.

In einem Vorstellungsgespräch wird man als Praktikant in der Regel nicht ausschweifend befragt, denn niemand erwartet von einem Praktikanten langjährige Berufserfahrung oder mehrere Fremdsprachen. Das Wichtigste ist, dass der Praktikant ehrlich, offen und freundlich ist.

Der Praktikant sollte sich ausreichend über den Betrieb informieren und folgende Fragen beantworten können:

  • Was sind Ihre Stärken und Schwächen?
  • Warum haben Sie sich bei uns beworben?
  • Was haben Sie bisher gelernt, das Sie in das Praktikum mit einbringen können?
  • Was erwarten Sie sich von dem Praktikum?
  • Was ist Ihr Berufsziel?
  • Was sind Ihre Interessen?

Normalerweise liegt der Gesprächsanteil bei 60-40 Prozent. Der Praktikant hört im Regelfall mehr zu. Wird der Praktikant gefragt, ob er noch Fragen habe, sollte er gut vorbereitet sein. Sinnvoll sind Fragen wie

  • Welche spezifischen Aufgaben werde ich übernehmen?
  • Habe ich einen direkten Ansprechpartner?
  • Bin ich der erste Praktikant in Ihrem Unternehmen? Welche Aufgaben hat der vorherige Praktikant übernommen?

Ansonsten gilt: Lächeln, lächeln, lächeln! Denn niemand stellt einen Praktikanten ein, der schlechte Laune verbreitet.

Ablauf:
Das Vorstellungsgespräch untergliedert sich in der Regel in:

  • Begrüßung und Vorstellung beider Beteiligten
  • Gesprächseröffnung mit Kurzvorstellung des Arbeitgebers und der ausgeschriebenen Stelle
  • Selbstdarstellung/ -präsentation des Bewerbers
  • Fragen an den Bewerber vom Arbeitgeber
  • eventuell Fragen des Bewerbers zum Arbeitgeber und der ausgeschriebenen Tätigkeit
  • Gesprächsende

Vorbereitung:
Es ist wichtig sich als Bewerber gut vorzubereiten, denn der Arbeitgeber sieht ein unvorbereitetes Vorstellungsgespräch oft als großen Kritikpunkt. Als erster Anlaufpunkt ist meist die Homepage des Unternehmens. Sind dort zu wenig Informationen enthalten, gilt es sich woanders welche zu holen.
Zu einer guten Vorbereitung gehört außerdem das äußere Erscheinungsbild. Man sollte sich frühzeitig Gedanken über seine Kleidung machen, um böse Überraschungen wie z.B. inzwischen zu kleine Oberteile, zu vermeiden. Die Kleidung sollte zu der Person passen und nicht aufgesetzt wirken. Sie spiegelt die Person wider und deshalb sollte man sich auch in der ausgewählten Kleidung wohl fühlen. Parallel dazu sollte auch die Körperhygiene stimmen, da schlechte Hygiene den Arbeitgeber nur negativ beeinflusst.
Die Situation eines Vorstellungsgesprächs kann natürlich zu Hause auch geübt und durchgespielt werden. Jedoch darf das richtige Gespräch dann nicht aufgesetzt und gespielt wirken, da dies einen schlechten Eindruck vermittelt.
Unterlagen:
Wichtig ist folgende Unterlagen beim Vorstellungsgespräch bei sich zu haben:

  • Einladung
  • Bewerbungsmappe
  • Telefonnummer der Personalabteilung mit Namen des Ansprechpartners
  • gegebenenfalls Notizblock und Stift und eine Liste mit eventuellen Fragen


Anreise:
Pünktlichkeit beim Vorstellungsgespräch ist das A und O. Der erste Eindruck zählt und wenn sich der Praktikant schon beim ersten Kontakt als nicht zuverlässig und pünktlich erweist, ist ein Praktikumsplatz für ihn so gut wie ausgeschlossen. Deshalb sollte sich der Arbeitnehmer gründlich über den Standort des Unternehmens und den damit verbundenen Anreiseweg informieren. Passiert jedoch etwas Unvorhersehbares wie z.B. eine Autopanne o.ä. muss der Arbeitgeber schnellstmöglich darüber informiert werden.
Verhalten während des Vorstellungsgesprächs:
Der Arbeitgeber bittet den angehenden Praktikanten herein und der Praktikant stellt sich deutlich mit Vor- und Nachnamen vor. Der Begrüßungshandschlag hat vom Arbeitgeber auszugehen und kräftig vom Arbeitnehmer entgegengenommen zu werden. Sobald der Arbeitgeber den Praktikanten auffordert, kann dieser Platz nehmen. Alkoholische Getränke oder Zigaretten sind tabu, bei nicht- alkoholischen Getränken darf ruhig zugegriffen werden. Der angehende Praktikant sollte aktiv zuhören und den Gesprächspartner auf keinen Fall unterbrechen. Die Sprache sollte ohne Floskeln oder Lückenwörtern sein, sowie langsam, deutlich und in einer angemessenen Lautstärke. Ein weiterer wichtiger Punkt im Vorstellungsgespräch ist die Körpersprache des Bewerbers. Man sollte weder die Arme verschränken, sich zu weit zurücklehnen oder mit dem Stuhl wippen. Die Hände sollten möglichst ruhig gehalten werden, um einen entspannten Eindruck zu machen. Nervöse Bewegungen, sowie kein vorherrschender Blickkontakt sind genauso unangemessen wie eine eingefallene Körperhaltung.
Folgende Patzer sollten im Vorstellungsgespräch vermieden werden:

  • Sie sind unpassend gekleidet
  • Sie vermasseln die Begrüßung (Der erste Eindruck zählt!)
  • Sie senden falsche Signale durch Ihre Körpersprache oder ihre Kleidung
  • Sie stellen Forderungen an den Arbeitgeber
  • Ihr Handy klingelt
  • Sie sind unvorbereitet
  • Sie lästern (egal über wen)
  • Sie verkaufen sich unter ihrem Wert und wirken nicht selbstbewusst
  • Sie hören nicht richtig zu und sind geistig abwesend
  • Sie sehen nicht so aus wie auf dem Bewerbungsfoto